10. Januar 2020

Überspannungsschutz im Wohnungsbau

Gebäude aus den frühen 1950er- bis 1970er-Jahren werden häufig nur kosmetisch renoviert. Dabei ist die Modernisierung der Elektroinstallation allein aus Sicherheitsgründen sinnvoll. Die verlegten Leitungen der bestehenden Installationen sind heute allein durch die Anzahl der angeschlossenen Geräte oft überlastet, altern somit schneller, werden porös und erhöhen dadurch die Gefahr von Bränden. Auftretende Überspannungen gefährden angeschlossene Endgeräte, die Installationen sind zusätzlich belastet.

Die unterschätzte Gefahr

Allein in Deutschland entstehen jedes Jahr rund 450.000 Überspannungsschäden. Wer bei diesen Schäden allerdings nur an direkte Blitzeinschläge mit spektakulären Zerstörungen denkt, vergisst, dass auch Blitzeinschläge in bis zu 2 Kilometern Entfernung durch induktive Einkopplungen in die Versorgungsleitung zu Überspannungen in der elektrischen Anlage führen und so gravierende Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen verursachen können. Und sogar alltägliche Schalthandlungen im Stromnetz, z.B. durch Großanlagen, können gefährliche Überspannungen im Stromnetz auslösen, welche Elektrogeräte beschädigen.

Um dies zu verhindern regeln die Normen DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 in Deutschland, wann und wie Überspannungsschutzgeräte (SPDs – Surge Protective Devices) zum Einsatz kommen, damit Anlagen und Endgeräte zuverlässig geschützt sind. Seit 2016 sind in jedem Gebäude SPDs so nah wie möglich am Speisepunkt der Anlage zu installieren. Ziel der Normen ist es, die Anzahl der Überspannungsschäden durch ein umfassendes Schutzkonzept und den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten zu minimieren.

(Quelle und Bild  Zajadacz und OBO Bettermann Holding GmbH & Co. KG)

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